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Viele Jahre lang war Private Equity eindeutig eine Nische im Anlageuniversum, da sich die Anlegerbasis vorwiegend aus großen institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, großen Banken usw. zusammensetzte. Heute ist jedoch eine deutliche Zunahme des Interesses an Private Equity zu beobachten, und es findet eine gewisse „Demokratisierung“ statt. Denn durch geringere Mindestkapitalanforderungen erhalten nun auch sehr vermögende Privatpersonen (High-Net-Worth Individuals, HNWI) Zugang zu dieser besonderen Anlageklasse. Daher lohnt sich eine genauere Betrachtung der treibenden Kräfte dieses Trends sowie der Gründe, warum Vermögensverwalter und Privatpersonen einen Teil ihres Vermögens in diesem Bereich anlegen sollten.

Breitere Anlagelandschaft

Neben der Tatsache, dass es immer mehr Zugangsmöglichkeiten zu Private Equity gibt, ist ein weiterer Trend zu beobachten:  Immer weniger Unternehmen werden öffentlich gehandelt; immer häufiger entscheiden sich Unternehmen dafür, sich statt eines Börsengangs weiter privat zu finanzieren. Alle Unternehmen sollten eine langfristige Perspektive einnehmen. Ein Börsengang kann jedoch zu Kurzsichtigkeit führen, ausgelöst durch den Druck zur Veröffentlichung von Quartalsergebnissen und die kontinuierliche Bewertung durch Analysten und Marktteilnehmer im Allgemeinen.  Hinzu kommt, dass der Handel an der Börse auch mit einer zunehmenden Belastung durch Compliance und aufsichtsrechtliche Anforderungen verbunden ist, was nicht nur erhebliche Kosten verursacht, sondern auch Zeit in Anspruch nimmt, die ansonsten für die Fokussierung auf die langfristige Wertschöpfungsstrategie des operativen Geschäfts genutzt werden könnte. Unter anderem aus diesen Gründen nimmt die Anzahl der Unternehmen in privater Hand – einschließlich derer, die Unterstützung durch Private-Equity-Fonds erhalten – weiterhin erheblich zu. Somit bietet das Private-Equity-Universum seinen Anlegern eine gute Möglichkeit, die Wirtschaft direkt zu unterstützen. Dieser Trend ist auch der untenstehenden Abbildung zu entnehmen:

Wachstum von Nettoinventarwert und Marktkapitalisierung von PE, (1) 2000 – 1. Hj. 2020, in %

(1) Der Nettoinventarwert ist gleich dem verwalteten Vermögen abzüglich „Dry Powder“ (noch nicht investiertes Kapital). Die Marktkapitalisierung basiert auf der gesamten Marktkapitalisierung von Unternehmen weltweit.

Quelle: World Federation of Exchanges, Preqin

Die Zunahme von Gelegenheiten bei Private Equity – sowohl im Hinblick auf die Zugänglichkeit als auch branchenintern – legt nahe, dass diese Anlageklasse immer mehr ihren Nischencharakter verliert und zunehmend in den Mittelpunkt der strategischen Allokation von Anlegerportfolios rückt.

Wie sieht es mit Risiko und Rendite aus?

ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) einmal außer Acht gelassen, geht es beim Anlegen im Wesentlichen um Risiko und Rendite, und Private Equity kann bei beidem eindeutig Mehrwert einbringen. Einerseits hat Private Equity in Europa und in den USA kurz-, mittel- und langfristig die Performance der Börsenmärkte über die vergangenen 20 Jahre meist übertroffen. Daher kann die Allokation eines Teils des Kapitals in private Unternehmen die erwartete Gesamtrendite Ihres Portfolios steigern.

Buyout-Fonds haben die öffentlichen Märkte weltweit langfristig übertroffen, aber in den USA nähern sich die Renditen allmählich an.

 

Hinweise: Daten für die USA und den Asien-Pazifik-Raum wurden in US-Dollar berechnet. Daten für Europa wurden in Euro berechnet. Europa umfasst nur die entwickelten Volkswirtschaften. Cambridge Associates Modified Public Market Equivalent (mPME) bildet die Performance von privaten Anlagen unter den Bedingungen der öffentlichen Märkte ab.

Quelle: Cambridge Associates

Andererseits belegen Studien auch, dass Private Equity nur in begrenztem Maße mit Public Equity korreliert ist und somit klare Diversifizierungsvorteile bietet. Da es bei privaten Unternehmen keine täglichen Kursfeststellungen gibt, kommt hinzu, dass ihre wahrgenommene Volatilität im Vergleich zu börsengehandelten Unternehmen geringer ist. Es sollte zwar betont werden, dass Private Equity von vielen derselben Risikofaktoren beeinflusst wird wie öffentlich gehandelte Unternehmen. Die Illiquidität dieser Anlageform kann allerdings bei starken Marktturbulenzen besonders nützlich sein, wenn die Kurse an den Börsenmärkten mitunter in kurzer Zeit erheblich einbrechen, wie es beispielsweise im März 2020 aufgrund der Pandemie der Fall war. In solchen Situationen kann der illiquide Charakter von Private-Equity-Anlagen von Vorteil sein, da Anleger ihre Positionen nicht zu ungünstigen Zeitpunkten aufgeben können, zu denen Unternehmen möglicherweise unter ihrem Substanzwert bewertet werden. Unbestritten ist letztendlich wohl, dass die Allokation eines Teils Ihres Vermögens in Private Equity die Effizienzgrenze bzw. das Risiko-Rendite-Profil Ihres Portfolios verbessern kann, wie unten dargestellt.

Risiko und Rendite von Aktien-/Anleihen-/Private-Equity-Portfolios (vergangene 25 Jahre bis zum 30. Juni 2018) Renditen von Small-Cap-Buyout-Fonds.

Unternehmerische Investition

Private-Equity-Anlagen können ihren Anlegern auch die Möglichkeit bieten, in Unternehmen zu investieren, die sich in unterschiedlichen Stadien des Wachstumszyklus befinden – von „Early Stage“ bis hin zu „Maturity Stage“ –, was bei Investitionen in börsennotierte Unternehmen wesentlich schwieriger ist. Ganz konkret können Sie mit „Venture Capital“ (VC) in Early-Stage-Unternehmen (Start-ups) investieren, mit „Growth Capital“ in Unternehmen, die Kapital für ihr künftiges Wachstum benötigen, und mit „Leveraged-Buyout“-Kapital (LBO) in ausgereifte Unternehmen mit vorhersehbaren Cashflow-Profilen. Dies ist besonders interessant für heutige oder ehemalige Unternehmer, die die verschiedenen Phasen des Wachstumszyklus mit ihren eigenen Betrieb durchlaufen mussten, mit den Herausforderungen vertraut sind und nun an weiteren Erfolgsgeschichten teilhaben wollen. 

Diversifizierung & Fondsmanager-Auswahl

Wer ein Engagement im Bereich Private Equity anstrebt, sollte jedoch so Einiges berücksichtigen. Auch für Private Equity gilt die allgemeine Anlageregel, dass man „nicht alle Eier in einen Korb legen“ sollte. Es ist ganz wichtig, dass Sie Ihr Private-Equity-Portfolio auf mehreren Ebenen, wie etwa Vintage-Jahre, Fondsmanager, geografische Regionen, Sektoren und Strategien, diversifizieren. Ein weiterer wichtiger und aus meiner Sicht der wichtigste Punkt: Die Auswahl des Fondsmanagers ist von entscheidender Bedeutung! Es ist unbedingt zu beachten, dass es zwischen den verschiedenen Private-Equity-Managern (und davon gibt es viele) erhebliche Abweichungen bei den Renditen gibt, wie die untenstehende Grafik zeigt. Das ist bei Fondsmanagern von börsennotierten Aktienfonds nicht der Fall, zumindest nicht in dem Maße. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, Zugang zu Private-Equity-Spezialisten zu haben, die eine sorgfältige Due Diligence durchführen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Fonds auszuwählen, dessen Performance im oberen Quartil liegt.

So verfügen wir bei der Banque de Luxembourg über ein engagiertes Expertenteam, das die verschiedenen Fondsverwalter einer eingehenden Analyse unterzieht, die allgemeine Entwicklung am Private-Equity-Markt verfolgt und Sie darüber hinaus optimal zur strategischen Allokation Ihres Portfolios berät.

Seien Sie auf der Hut!

Abgesehen davon ist nicht alles eitel Sonnenschein. Auch wenn Anlagen in Private Equity für viele Anleger durchaus sinnvoll sind, eignen sie sich nicht für alle, und es müssen verschiedene Faktoren, wie etwa der illiquide Charakter dieser besonderen Anlage, berücksichtigt werden. Ein typischer Private-Equity-Fonds hat eine Lebensdauer von zehn Jahren, und während dieser Zeit können Sie normalerweise nicht aus ihrer Position aussteigen. Bevor Sie also investieren, sollten Sie unbedingt Ihre finanzielle Lage und Ihren künftigen Ausgabenbedarf überprüfen, um zu vermeiden, dass Sie mit Liquiditätsproblemen konfrontiert werden. Zudem ist es ganz wichtig, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Vermögensverwalter überprüfen, ob eine Allokation in illiquiden Vermögenswerten wie Private Equity mit Ihrem Anlegerprofil in Einklang steht, sodass Sie Ihren Erwartungen gerecht werden. 

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Private Equity für Anleger, welche die verschiedenen für diese Anlageform zu berücksichtigenden Kriterien erfüllen und ein langfristiges Kapitalwachstum anstreben, eindeutig ihren Platz in einem gut diversifizierten Portfolio hat.  


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Jérôme Zahnen
Investment Advisor - Product Specialist Private Equity

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